Diagnostizieren unsere Spezialisten eine Augenerkrankung, übernehmen sie möglichst die Weiterbehandlung.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Vorsicht, nicht nur ein Fleck auf der Brille

Die Symptome

Ein grauer Fleck mitten im Gesichtsfeld, Probleme beim Lesen, verschwommene Bilder, schlecht erkennbare Farben oder Wellenlinien statt gerader Striche: Das könnten Symptome für eine Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) sein. In Deutschland sind davon zwei Millionen Menschen betroffen. An dieser Sehbehinderung, die zum Erblinden führen kann, leiden eher ältere Menschen. Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko zu erkranken massiv, weswegen eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung wichtig ist. Denn je eher die AMD erkannt wird, desto besser stehen die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung.

Die Makula

Unsere Netzhaut besteht aus 130 Millionen Sinneszellen. Die Makula, der sogenannte gelbe Fleck in der Netzhautmitte, ist für unser scharfes Sehen verantwortlich. Diese Sehzellen können, wie der Name Altersbedingte Makuladegeneration sagt, im späteren Leben Schaden nehmen. Dadurch kommt es zu einer zentralen Sehminderung. Das bemerken Patienten jedoch oft viel zu spät. Denn die Zellen außerhalb der Makula, die das orientierende / periphere Sehen ermöglichen, funktionieren noch gut und gleichen die Sehschwäche zunächst aus.

Häufig erkrankt zunächst nur ein Auge, weshalb die AMD tückischerweise oft lange Zeit unerkannt bleibt. Das gesunde Auge gleicht nämlich den bereits eingetretenen Sehverlust aus und wird vom Patienten selbst nur dann bemerkt, wenn er das gesunde Auge abdeckt und so sein Sehvermögen prüft. Außerdem ist die AMD schmerzlos.

 

Es werden zwei Formen der AMD unterschieden:

Trockene AMD

Etwa 75 Prozent aller Patienten leiden an einer trockenen AMD. Sie schreitet langsam voran, so dass die Sehstörung in der Netzhautmitte von Jahr zu Jahr kontinuierlich zunimmt. Schuld daran sind u. a. sogenannte Drusen. Das sind altersbedingte gelbe bzw. weißliche Ablagerungen unter der Netzhaut, die letztlich verhindern, dass die Sehzellen ordentlich mit Nährstoffen versorgt werden. Zunächst funktionieren sie nicht mehr wie gewohnt und am Ende sterben diese Zellen ab.

Feuchte AMD

Seltener, dafür aber hoch aggressiv, ist die feuchte AMD. Eine möglichst frühe Diagnostik dieser lang andauernden und chronischen Erkrankung ist daher extrem wichtig. Bei der feuchten AMD entstehen neue krankhafte und undichte Blutgefäße, die aus der Aderhaut in die Netzhautmitte wachsen. Aus diesen Gefäßen tritt Flüssigkeit aus, weswegen die Netzhaut anschwillt. Die Folgen sind nachhaltige Schäden wie verzerrtes Sehen oder blinde Flecken.

Was können wir für Sie tun?

Diagnostizieren lässt sich die AMD durch eine Spiegelung des Augenhintergrundes und der Netzhautmitte / der Makula. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und erfolgt sitzend im Behandlungsstuhl mit Hilfe der Spaltlampe. In manchen Fällen werden vorab Augentropfen zur Pupillenerweiterung verabreicht.

Zusätzlich nutzen wir die moderne und hoch präzise Methode der Optischen Kohärenztomografie (OCT). Diese Untersuchung des Auges mit einem ungefährlichen Laserlicht stellt die einzelnen Schichten der Netzhaut im Querschnitt dar. Auf diese Weise sind Verdickungen und Flüssigkeitsansammlungen sehr gut erkennbar. Mitunter ist auch eine Fluoreszenzangiografie notwendig. Dabei injizieren wir Patienten das Kontrastmittel Fluoreszein, womit wir prüfen, inwieweit sich die Blutgefäße Ihrer Netzhaut verändern.

Was können Sie für sich selbst tun?

Der Amslertest ist eine einfache Methode, Ihre Augen auf AMD zu prüfen. Hier können Sie ihn downloaden. Nutzen Sie bitte Ihre Lesebrille, wenn Sie eine tragen. Schauen Sie sich nun das Gitter-Bild an (Leseabstand 30-40 cm) und decken Sie dabei jeweils ein Auge ab. Fixieren Sie dann den Punkt in der Mitte des Gitters. So testen Sie jedes Auge einzeln.

Sie sollten umgehend augenärztlich untersucht werden, wenn Sie folgende Effekte bemerken:

  • Sie sehen in der Mitte des Gitters den Punkt nicht.
  • Sie bemerken »Löcher« oder »verschwommene Stellen«.
  • Die Kästchen sind verschieden groß oder die Linien scheinen verzerrt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Fugen-Test (ggf. mit Fernbrille). Er wird genau wie der Amsler-Test durchgeführt. Halten Sie sich ein Auge zu und schauen Sie sich die Fugen zwischen den Fliesen in Ihrem Bad an. Sind die Fugen normal gerade oder sind Sie wellig?

Bei beiden Selbstversuchen werden Störungen des Sehfeldes deutlich, allerdings liefern sie erst im fortgeschrittenen Stadium erkennbare Ergebnisse. Das heißt, diese Tests ersetzen auf keinen Fall umfangreiche Untersuchungen des Augenarztes.

Wie können Sie einer AMD vorbeugen?

Wie allgemein bekannt, ist eine gesunde Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse sinnvoll. Nachweislich finden sich in der Makula zwei Stoffe, nämlich Lutein und Zeaxanthin, die besonders vor AMD schützen. Da der Körper diese Stoffe nicht selbst bilden kann, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Dunkelgrünes Blattgemüse wie Grünkohl, Petersilie, roher Blattspinat oder Brokkoli sind reich an Lutein, während Zeaxanthin vor allem in Mais vorhanden ist. Grundsätzlich sollten Sie alle bekannten Gefäß-Risikofaktoren ausschalten wie etwa Bluthochdruck und Rauchen. Auch die regelmäßige Einnahme von speziell abgestimmten Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Vitaminpräparaten kann sinnvoll sein.

Behandlungsmöglichkeiten

In den meisten Fällen lässt sich mit frühzeitiger Diagnose und anschließender Therapie die Altersbedingte Makuladegeneration stoppen oder zumindest deutlich verlangsamen. Vollständig heilen lässt sie sich jedoch nicht.

Gegen eine trockene AMD, also eine schleichende Makuladegeneration, gibt es trotz intensiver Forschungen leider noch keine wirkungsvollen Behandlungsmöglichkeiten. Hier sind die bereits beschriebenen vorbeugenden Maßnahmen sowie regelmäßige augenärztliche Kontrollen und Selbstkontrollen notwendig.

Die beste Behandlungsmethode bei feuchter AMD mit sehr schnellem Verlauf ist die intravitreale Injektion. Hierzu injizieren wir operativ in das betroffene Auge ein Medikament, z. B. Lucentis, Eylea oder Avastin. Es verhindert, dass weitere krankhafte Blutgefäße entstehen und hilft den Sehzellen, sich wieder zu erholen. Für die Therapie der feuchten AMD ist oftmals eine langfristige und wiederholte Behandlung erforderlich.

Lieber vorbeugen und rechtzeitig erkennen – statt schlecht sehen oder sogar erblinden

Viele Senioren sind heute aus verschiedenen Gründen fitter und mobiler als je zuvor. Sie achten auf sich und ihren Körper. Dabei sollten sie unbedingt auch ihre Augen im Blick haben. Denn sobald das Augenlicht beeinträchtigt ist, schwindet die Lebensqualität merklich.

Zwei Millionen Deutsche, die an AMD leiden, sind nicht wenige. Nutzen Sie daher die Vorsorgemaßnahmen und Früherkennungsuntersuchungen, die wir anbieten:

  • Sehschärfenbestimmung
  • Amslertest
  • Augenhintergrunduntersuchung mit der Lupe
  • Fundus-Autofluoreszenz trockener AMD
  • OCT bei trockener AMD und zum sicheren Ausschluss einer feuchten AMD

Die Kombination dieser Untersuchungsmethoden ist hoch präzise und entspricht dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Einige Maßnahmen werden leider nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Anfallende Kosten halten wir aber in maßvollem Rahmen. Denn finanzielle Gründe sollten nicht dazu führen, dass Sie eine wichtige Vorsorge- oder Früherkennungsuntersuchung ablehnen. Wir informieren Sie selbstverständlich ausführlich in unserer Praxis.

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